Foto: © Library of Congress, Washington, D.C., Prints & Photographs Division, LC-DIG-npcc-09503 / Bildbearbeitung: KHM-Museumsverband
Wien, 5. Oktober 2026 – Waffen sind mehr als Instrumente der Gewalt: Sie entscheiden darüber, wer Macht ausüben, sich schützen und Widerstand leisten kann. Die Ausstellung „Blutregen. Fotografie und Waffenhandel“ im Weltmuseum Wien beleuchtet vom 29. September 2026 bis 18. April 2027 die weitgehend verborgene Geschichte des globalen Waffenhandels und fragt, welche Rolle Fotografie und Museumssammlungen bei der Geschichtsschreibung spielen.
Wenn Fotografien eine andere Geschichte erzählen
Ausgangspunkt ist ein irritierender Widerspruch: Historische Fotografien um 1900 zeigen Menschen im Globalen Süden mit modernen Feuerwaffen, während die Museumssammlung überwiegend Objekte wie Bögen, Pfeile und traditionelle Waffen aus dem 19. Jahrhundert bewahrt. Die Ausstellung untersucht, wie diese unterschiedlichen Bilder entstanden sind und welche Perspektiven und Lücken in musealen Sammlungen sichtbar werden.
Die Ausweitung europäischer Machtgebiete war eng mit militärischer Gewalt und dem Handel mit Schusswaffen verbunden. Gleichzeitig wurde der Zugang zu modernen Waffen in kolonial beherrschten Gebieten eingeschränkt. Die Brüsseler Generalakte von 1890 regulierte den Waffenhandel in weiten Teilen Afrikas. Fotografien dokumentieren Handelswege, Waffen, Märkte und politische Machtverhältnisse und ermöglichen damit eine Rekonstruktion globaler Netzwerke.
Der Dichter, der zum Waffenhändler wurde
Eine der außergewöhnlichsten Geschichten führt zu Arthur Rimbaud: Der französische Dichter wurde nach dem Ende seiner literarischen Karriere zum Waffenhändler und verkaufte zwischen 1885 und 1888 mehr als 2.000 Remington-Gewehre und rund 500 Kilogramm Munition an König Menelik von Äthiopien.
Von Schutz bis digitale Überwachung
Die Ausstellung gliedert sich in die Bereiche Schutz, Wirtschaft und Chaos und verbindet historische Fotografien und Objekte mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen. Diese reichen von Fragen des körperlichen Schutzes und der Erinnerung bis zu digitaler Überwachung und der sogenannten „Kill Cloud“.
Ein Begleitprogramm mit Performances, Fotobuch-Frühstücken und Filmvorführungen erweitert die Ausstellung um künstlerische und mediale Perspektiven auf Waffenhandel, Krieg und die Darstellung von Gewalt.
Kuratiert von Hanin Hannouch, gestaltet von Büro Wien.
Blutregen. Fotografie und Waffenhandel
29. September 2026 bis 18. April 2027
Weltmuseum Wien, Neue Hofburg, Heldenplatz, 1010 Wien
Ausführliche Presseunterlagen und Ausstellungsansichten stehen für die Berichterstattung über die Ausstellung auf der Presseseite des Weltmuseum Wien kostenfrei zur Verfügung:
https://www.weltmuseumwien.at/presse/blutregen




